Sprachförderung gehört derzeit in allen Einrichtungen, die mit Bildung zu tun haben, zu den wichtigsten Themen überhaupt. Dabei tauchen eine Menge Fragen auf, insbesondere nach dem Konzept, welches man bei der Sprachförderung verfolgen soll: „Frühstart“, „Hören, lauschen, lernen mit dem Würzburger Trainingsprogramm“, „Kikus“, „Meine, deine, unsere Sprache“, „Parole - Deutsch spielend lernen“, „Schlaumäuse“, „Sprachförderkoffer“, „Denkendorfer Modell“, „Kon-lab“, „Hokus und Lotus“, „Sprachförderung nach Roger Loos“ oder das selbst erdachte Konzept für die eigene Einrichtung.
Die Liste der Sprachförderprogramme lässt sich problemlos fortführen und jedes dieser Konzepte gibt vor, der Schlüssel zur Lösung der Bildungsmisere im deutschsprachigen Raum zu sein. Haben sich die Einrichtungen schließlich – mehr oder weniger zufällig – für ein Konzept entschieden, stehen sie vor dem Problem der Umsetzung und der dauerhaften Implementierung.
15-jährige Erfahrungen und intensive Auseinandersetzung mit der Praxis des Zweitspracherwerbs durch Fortbildungen, Supervision pädagogischer Mitarbeiter und Hospitationen in Kindertageseinrichtungen, haben deutlich gezeigt, dass für eine erfolgreiche und dauerhafte Umsetzung unbedingt Mentoren für die Koordination des Zweitspracherwerbs eingesetzt werden sollten.
Zu diesem Schluss kommt auch die Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg, die das Sprachförderkonzept für das erste Sprachjahr evaluiert und als wichtigen Erfolgsfaktor die Empfehlung ausgegeben hat:
Den Einrichtungen sind Expertinnen für die Sprachförderung zur Verfügung zu stellen, die folgende Aufträge haben
- Expertinnen für die Beratung vor Ort
- Beratung bei der Leitungsaufgabe „Sprachförderung als Querschnittaufgabe“
- Beratung bei der Diagnostik und Beobachtung des Sprachstandes
- Beratung bei der Wahl des geeignetem Sprachförderkonzeptes für das Kind
- Koordinierung mit anderen Einrichtungen
- Regelmäßige Hospitationen von Sprachfördermaßnahmen
- Teilnahme bei Teamsitzungen um offene Fragen zu beantworten
- Expertin für verschiedene Kulturkreise
Das Konzept Sprachlotse® dient der Ausbildung und Befähigung zum Mentor bzw. Experte für die Koordination des Zweitspracherwerbs in der Kita. Die Fortbildung umfasst mehrere Ausbildungsmodule, die entsprechend dem Thema von verschiedenen Experten konzipiert bzw. gehalten werden. Das ausführliche Fortbildungsangebot liegt vor.
| Voraussetzungen | Konzeptionelle Verankerung | Beratung bei der Personalauswahl |
|---|---|---|
| Diagnostik | Beobachtungen Sismik/ Seldak |
Evt. Sprachtest Empfehlung beim Kinderarzt |
| Vorschläge | Gemeinsame Auswertung | Wahl des Programms |
| Vorbereiten | Beratung | Elternabend Teamsitzung Tagesablauf |
| Überprüfung | Hospitation | Begleiten und die Prozesse supervidieren |
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